Component Content Management: Was ist das eigentlich? — Empolis Blog

Component Content Management: Was ist das eigentlich?

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Zur Verwaltung von Inhalten für das interne Wissensmanagement oder zur Erstellung von Produkt- und Service-Dokumenten nutzen viele Unternehmen ein entsprechendes Redaktionssystem. In diesem Zusammenhang tauchen oft die Begriffe Content Management und Component Content Management auf. Was ist mit diesen Begriffen eigentlich gemeint und wo liegen die Unterschiede zwischen beiden?

Was ist Content Management?

IT-Systeme zur Verwaltung von redaktionellen Inhalten begleiten uns durch den Alltag, auch wenn uns das oft wenig bewusst ist. Je nach Einsatzzweck gibt es dabei verschiedene Abstufungen bei der Verwaltung von digitalen Inhalten.

Beim File Management werden alle Inhalte in Form von Dateien in einem oder mehreren Dateisystemen abgelegt. Die Organisation wird dem jeweiligen Betriebssystem überlassen. Viele Unternehmen entwickeln darauf im Laufe der Zeit immer komplexere Eigenlösungen zur eigentlichen Verwaltung und Prozesssteuerung.

Statt dem Dateisystem überlässt man beim Document Management die Inhalte einem zentralen Ablagesystem, das auch große Datenmengen mit Hilfe von Metadaten und Suche gut erschließen kann. Zu den üblichen redaktionellen Prozessen gesellen sich Mechanismen wie Versionierung und Übersetzungen. Einen ähnlichen Funktionsumfang bietet das verwandte Digital Asset Management, bei dem die Inhalte vorwiegend aus Mediendateien bestehen.

Für die Gestaltung von Internet-Seiten und Veröffentlichungen im Web wird gerne auf Web-Content-Management-Systeme zurückgegriffen, da auch nicht-technische Redakteure und Autoren auf diese Weise relativ einfach Inhalte beisteuern können. Aufgrund ihrer frühen und weiten Verbreitung werden diese Redaktionssysteme im allgemeinen Sprachgebrauch meist als Synonym für Content Management genutzt. Tatsächlich bieten sie ähnliche Möglichkeiten wie auch das Document Management, nur eben mit Fokus auf HTML-Inhalten.

Wozu dient Component Content Management?

Alle vorgenannten Systeme verstehen sich primär auf die Verwaltung vollständiger Dokumente, zwischen denen keine relevante Verbindung existiert. Im Laufe der Zeit wachsen mit der Anzahl der Dokumente aber auch die Anforderungen an deren effiziente Verwaltung und den Verwendungsmöglichkeiten.

Häufig auftauchende Herausforderungen sind dabei:

  • Wie kann man möglichst viel Inhalt wiederverwenden, ohne ihn zu kopieren?
  • Bedienung unterschiedlicher Publikationsformen, ohne separate Dokumente vorhalten zu müssen
  • Kostenreduzierung bei Übersetzungen
  • Kontextabhängige Verfügbarmachung der Inhalte

Dafür ist es notwendig, die Textinhalte feiner zu gliedern und miteinander in Relation zu setzen – weg vom monolithischen Dokument hin zu einzelnen verknüpften Komponenten. In dieser topicbasierten Arbeitsweise liegen die Inhalte als möglichst kleine Einheiten vor, die ein einzelnes in sich abgeschlossenes Thema behandeln und dadurch leichter wiederverwendet werden können.

Statt also Inhalte für unterschiedliche Dokumente zu duplizieren, referenziert man einfach die vorhandenen Topics bzw. Mediendateien und nutzt bei der Publikation deren spezifische Metadaten zur Filterung für unterschiedliche Kontexte oder Zielformate. Idealerweise besteht ein Dokument dann nur aus den aggregierten Verweisen auf die relevanten Topics. Dadurch müssen bei textuellen Änderungen nur die betroffenen Topics erneut übersetzt werden, nicht aber das übergeordnete Gesamtdokument.

Abbildung 1: Aggregation von Topics und Mediendateien zu größeren Dokumenten für unterschiedliche Kanäle und Endgeräte

Intelligente Anwendungen mit Content Delivery

Dieser modulare Ansatz ist in Verbindung mit klassifizierenden Metadaten eine wichtige Grundvoraussetzung zur intelligenten Nutzung der Inhalte: die richtige Information kontextgerecht und formatneutral für die Zielgruppe bereitzustellen. Hierfür bietet sich der Einsatz eines Content-Delivery-Portals an, das mit Hilfe eines geeigneten Wissensmodells die Inhalte auch semantisch erschließt und dadurch die Navigation und Suche erheblich effizienter gestaltet.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Blogbeiträgen Content Delivery – was ist das eigentlich? und Machen Sie Ihre technische Dokumentation intelligent – der Weg vom Content Management zu Content Delivery.

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Über den Autor

Matthias Maar

Matthias Maar beschäftigt sich seit über 10 Jahren intensiv mit Content Management und den damit verbundenen Anwendungsmöglichkeiten. Er ist Product Owner des Content Lifecycle System, einem Component Content Management System der Empolis für die Produkt- und Service-Dokumentation.

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